Berlin, 4 November 2026 – Fast zwei Drittel der Privatmarktinvestor:innen planen laut einer neuen Studie von Moonfare, der globalen Plattform und Vermögensverwaltungsgesellschaft für Privatmärkte, auch 2027 weitere Allokationen, und lassen sich damit von der anhaltenden Exit-Flaute im Private-Equity-Markt nicht beirren.
Die Moonfare-Investorenumfrage 2026, für die mehr als 300 Privatmarktinvestor:innen aus Europa, Nordamerika, Asien und dem Nahen Osten befragt wurden, zeigt, dass Anleger:innen auch in einer von geopolitischer Unsicherheit und Inflationsdruck geprägten Phase weiter überzeugt sind: Mehr als die Hälfte der Befragten (58 %) geht davon aus, dass Privatmärkte in den kommenden Jahren besser abschneiden werden als öffentliche Märkte, ein Anstieg gegenüber 54 % im Vorjahr.
Obwohl Exits für zwei Drittel (66 %) der Befragten entscheidend sind, lassen sich die Anleger:innen vom langsameren Ausschüttungstempo nicht abschrecken. Der Anteil der Investor:innen, die neue Kapitalzusagen planen, stieg in diesem Jahr um 8 Prozentpunkte auf 63 %, während nur 9 % angeben, nicht weiter investieren zu wollen. Diese optimistische Grundhaltung spiegelt sich auch im jüngsten Anlageverhalten wider: 82 % haben in den vergangenen zwölf Monaten neue Allokationen in Privatmärkte vorgenommen.
Die Ergebnisse legen zudem nahe, dass Anleger:innen eher bereit sind, längere Haltefristen in Kauf zu nehmen, als niedrigere Bewertungen zu akzeptieren. Fast zwei Drittel (62 %) würden keinen Teil ihres Private-Equity-Portfolios mit einem kleinen Abschlag verkaufen, um sofortige Liquidität zu erhalten.
Auch bei den besten Renditequellen haben Anleger:innen eine klare Meinung. Mehr als zwei Drittel (68 %) erwarten, dass Mid-Market-Buyouts in den nächsten ein bis drei Jahren andere Strategien übertreffen.
DACH-Anleger:innen: zuversichtlicher, aber selektiver
Anleger:innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz blicken optimistischer auf die relative Stärke von Privatmärkten als Investor:innen in anderen Regionen. In Bereichen wie Private Credit und Evergreen-Fonds, die sie als vergleichsweise risikoreich einstufen, zeigen sich Anleger:innen aus der DACH-Region jedoch vorsichtiger.
63 % der Befragten aus der DACH-Region erwarten, dass Privatmärkte in den nächsten 1-3 Jahren besser oder deutlich besser abschneiden werden als öffentliche Märkte, verglichen mit 53 % in anderen Märkten. Diese Zuversicht geht jedoch mit einem differenzierten Blick auf Risiken einher. So dominieren in der DACH-Region Zölle und Handelskonflikte die makroökonomische Agenda. Fast jede:r zweite (49 %) nennt sie als zentrale Sorge, gegenüber nur 29 % in anderen Märkten. Inflation hingegen beunruhigt DACH-Investor:innen deutlich weniger (37 %) als Anleger:innen andernorts (61 %).
Bei bestimmten Anlageklassen zeigen sich die DACH-Investor:innen zurückhaltender als in anderen Märkten. Nur 23 % von ihnen sind von der Widerstandsfähigkeit von Private Credit überzeugt, gegenüber 35 % in anderen Märkten, während 40 % besorgt oder sogar gänzlich unzuversichtlich sind.
Secondaries und Finanzdienstleistungen gelten in der Region ebenfalls als weniger attraktiv. Nur 44 % erwarten, dass Secondaries zukünftig zu den leistungsstärksten Strategien zählen werden, gegenüber 54 % in anderen Märkten. Nur beim Thema Finanzdienstleistungen ist die Skepsis noch größer: lediglich 10 % sehen diese als vielversprechenden Sektor, und auch in anderen Märkten liegt das Vertrauen hier bei gerade einmal 18 %.
SaaSpocalypse treibt Nachfrage nach Wachstums- und VC-Investments
Eigenkapitalinvestitionen in früheren Phasen gewinnen an Beliebtheit: Die Präferenz für Wachstums- und Venture-Capital-Investments hat sich gegenüber dem Vorjahresbericht nahezu verdoppelt (von 26 % auf 46 %). Der Grund: Anleger:innen stellen sich auf weitere Umwälzungen für Softwareunternehmen ein. Künstliche Intelligenz war mit 61 % die Branche mit der größten Überzeugungskraft, wobei 95 % der Befragten davon ausgehen, dass KI traditionelle Softwareunternehmen moderat oder stark disruptieren wird.
Mehr als die Hälfte (54 %) der Befragten plant, zwischen 11 % und 30 % ihres Portfolios in KI-bezogene Investments zu allokieren, während 11 % zwischen 31 % und 50 % investieren würden. KI-Anwendungen gelten als vielversprechendster Bereich für KI-Investments – noch vor Infrastruktur, Robotik und großen Sprachmodellen (Large Language Models).
„In einem Jahr, das von Gating-Vorfällen, den sogenannten vorübergehenden Rücknahmestopps, hohen Rücknahmen und Marktunsicherheit geprägt war, orientieren sich vermögende Privatanleger:innen nicht einfach an den Schlagzeilen. Sie denken langfristig, und ihre Überzeugung wächst, statt zu schrumpfen. Mehr Anleger:innen planen, im kommenden Jahr Kapital zuzusagen, und die meisten warten lieber auf den richtigen Exit, als mit Abschlag zu verkaufen”, sagt Steffen Pauls, Gründer und Co-CEO von Moonfare. „Diese Geduld wird sich selektiv auszahlen. Die nächste Phase der Privatmärkte wird von einem grundlegenden Wandel in der Renditeerzielung geprägt sein. Angesichts höherer Finanzierungskosten und eines anspruchsvolleren Exit-Umfelds wird die Fähigkeit, Erträge zu steigern, operative Prozesse zu verbessern und Investments zu attraktiven Bewertungen zu realisieren, zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Auswahl des richtigen Manager:innen war nie wichtiger.”
Mit Blick auf die DACH-Region fügt Pauls hinzu: „Was wir in Deutschland, Österreich und der Schweiz sehen, ist differenzierter Optimismus statt blindes Vertrauen. Anleger:innen in der Region erwarten überdurchschnittlich oft, dass Privatmärkte öffentliche Märkte outperformen, aber haben dabei die Risiken im Blick. Zölle und Handelskonflikte beschäftigen DACH-Anleger:innen deutlich stärker als zum Beispiel Inflation, und bei Private Credit sowie Evergreen-Fonds bleiben sie spürbar vorsichtiger als Investor:innen in anderen Märkten. Genau diese Selektivität erklärt auch, warum Dealqualität für DACH-Anleger:innen ein so zentrales Kriterium ist. Es ist eine reife, risikobewusste Herangehensweise an Privatmärkte, und eine, die sich mittelfristig auszahlen dürfte.”
Den vollständigen Bericht können Sie hier herunterladen.
Für die Moonfare Investorenumfrage 2026 wurden zwischen Juni und September 2026 Antworten von 303 Privatmarktinvestor:innen erhoben. Alle Befragten sind Nutzer:innen der Moonfare-Plattform mit Sitz in Europa, Nordamerika, Asien und dem Nahen Osten. Die Umfrage untersucht die Stimmung der Anleger:innen gegenüber Privatmärkten, einschließlich Allokationsabsichten, Anlagestrategien, Liquiditätsaspekten, makroökonomischen Risiken und aufkommenden Chancen wie künstlicher Intelligenz. Die Antworten wurden anonym erhoben; die Ergebnisse basieren auf der Anzahl der Befragten, die die jeweilige Frage beantwortet haben.
Moonfare ist eine führende globale Plattform und Vermögensverwaltungsgruppe für Privatmärkte, die qualifizierten Privatanleger:innen und Family Offices Zugang zu Privatmärkten zu niedrigeren Mindestanlagen und zu institutionellen Konditionen ermöglicht. Als Pionier in diesem Bereich vereinfacht Moonfare den Zugang zu privaten Vermögenswerten und unterstützt Kund:innen dabei, diversifizierte Portfolios für den langfristigen Vermögensaufbau bei geringerer Volatilität aufzubauen. Dieser Ansatz geht über das reine Angebot von Fonds erstklassiger Manager wie KKR, Carlyle und EQT hinaus. Über das globale Netzwerk von Moonfare wird ein breites Spektrum an Privatmarktchancen identifiziert und zugänglich gemacht, einschließlich proprietärer Moonfare-Anlageprodukte, die sorgfältig ausgewählte Co-Investments, Secondaries und Direktinvestitionen umfassen. Unabhängig und ausschließlich auf Privatmärkte fokussiert, genießt Moonfare das Vertrauen von mehr als 5.600 Anleger:innen und verwaltet ein Vermögen von über 4 Milliarden Euro. Moonfare hat seinen Hauptsitz in Berlin und ist in 24 Ländern aktiv, mit weiteren Standorten in New York, London, Singapur, Paris und Luxemburg. Weitere Informationen finden Sie unter www.moonfare.com
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